Schulung der BGF Koordinatoren

Neben der Planung, Umsetzung und Evaluation von Maßnahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung in den teilnehmenden Inklusionsbetrieben ist auch die Multiplikatorenausbildung ein zentraler Bestandteil des GATe Projektes. Ziel der Qualifizierung ist es, die BGF-Koordinator:innen der Pilotbetriebe dazu zu befähigen, das Konzept der betrieblichen Gesundheitsförderung in den Betrieben auch nach Ende des Projektförderzeitraums auszuweiten und fortzuführen.

Fast genau ein Jahr nach der ersten Koordinatorenschulung im September 2020, waren auch in diesem Jahr Anfang November alle BGF-Koordinator:innen der Pilotbetriebe herzlich zu einer weiteren 2-tägigen Schulung durch das GATe Projektteam eingeladen.

Die Schulung fand genau, wie im vergangenen Jahr, wieder in den Räumlichkeiten der Universität Hannover statt.

Der inhaltliche Schwerpunkt wurde diesmal auf das Thema „Moderatorenschulung“ gelegt.

Die 11 teilnehmenden BGF-Koordinator:innen erwartete ein straffes, aber abwechslungsreiches Programm. Neben einem kleinen Warm-Up sowie Zwischenbewertung der BGF Projekte in den einzelnen Betrieben standen am ersten Schulungstag vor allem die Vorstellung und Anwendung verschiedenster Moderations- und Fragetechniken sowie das Thema Partizipation im Vordergrund. Moderation ist eine wichtige Methode, um die Mitarbeitenden einzubeziehen, denn eine systematische und strukturierte betriebliche Gesundheitsförderung ist ohne Beteiligung der Mitarbeitenden nicht möglich. Das bedeutet zweierlei: Zum einen sind Mitarbeitende – und d.h. auch Mitarbeitende der Zielgruppe – zu „befähigen“ für sich und ihre Gesundheit eintreten zu können und zum anderen braucht es betriebliche Rahmenbedingungen, die die Gesundheitsbedürfnisse der Mitarbeitenden wahrnimmt und als Gestaltungsauftrag versteht. Insofern ist Partizipation Ziel und Mittel im BGF und Moderation ein wichtiges Handwerkzeug, um derartige Prozesse ins Laufen zu bringen. 

Ein gemeinsames Abendessen am ersten Veranstaltungstag durfte nicht fehlen, sodass der Tag in geselliger Runde mit Speis und Trank in der Hannoverschen Nordstadt seinen Ausklang fand.

Um neun Uhr am nächsten Tag startete dann der zweite Teil der Schulung. Im Rahmen eines gemeinsamen Rollenspiels zum Thema „Umgang mit herausfordernden Situationen“ konnten die Teilnehmenden sich in ihrer Moderatorenrolle ausprobieren und die am Vortag erlernten Moderationstechniken direkt in die Praxis umsetzten. Der Spaß und das „Outing“ einiger versteckter Schauspieltalente standen dabei aber ganz klar im Vordergrund.

Nach dem lebendigen Einstieg und einer Kaffeepause wurde der Schulungstag dann fortgesetzt und gemeinsam Lösungsansätze zum Umgang mit herausfordernden Situationen als Moderator oder Moderatorin erarbeitet. Weiterhin stand am zweiten Tag auch nochmal der Austausch zu inklusionsspezifischen Maßnahmen der Gesundheitsförderung in den Betrieben sowie ein Projektausblick im Fokus.

Insgesamt war es eine sehr gelungene Schulungsveranstaltung, die zu einem weiteren bundesländerübergreifende Kennenlernen und Zusammenwachsen der BGF-Koordinator:innen im Sinne einer guten Vernetzung der Multiplikatoren untereinander beigetragen hat.

Alle Teilnehmenden wünschen sich auch für 2022 eine Fortsetzung des Formates „Koordinatorenschulung“, dem das GATe Projektteam natürlich nachkommen wird. Erste Ideen zur Umsetzung sind bereits in der Pipeline!

(Barbara Gentges, 11/2021)

Erstes GATe Netzwerktreffen in Mainz

Am 21.09.2021 war es nach mehrmaligen coronabedingten Verschiebungen endlich so weit: Das erste GATe Netzwerktreffen in Präsenz konnte stattfinden.

Dazu haben sich das GATe Projektteam, sowie die BGF Koordinator:innen und z.T. auch die Geschäftsführenden von acht der neun am Projekt teilnehmenden Pilotbetriebe aus den verschiedensten Ecken Deutschlands auf den Weg nach Mainz gemacht.

 

In Mainz wurde das Netzwerktreffen mit einem gemeinsamen Pizzaessen am Vorabend, selbstverständlich unter Einhaltung der Coronaschutzauflagen, informell eingeläutet.

Die harmonische Atmosphäre vom Vortag setzte sich auch am Veranstaltungstag in den Tagungsräumen des INNdependence Hotels fort.

 

Im Fokus des Treffens stand der Austausch von Erfahrungen im Hinblick auf die Umsetzung betrieblicher Gesundheitsförderung in den Betrieben. Ein Schwerpunkt lag dabei auf dem Erfahrungsaustausch zum Thema „Kommunikation“ im Unternehmen und hier ganz besonders der gemeinsamen Erarbeitung von Maßnahmen zur Verbesserung der Kommunikation in Bezug auf Projektinformationen. Darüber hinaus wurden auch die Bedeutung von Personalkennzahlen und Arbeitsunfähigkeitsdaten der gesetzlichen Krankenversicherung als Instrumente zur Erfolgsmessung von BGF-Maßnahmen thematisiert. Zwischendurch gab es im Rahmen von kleinen Kaffeepausen und einem gemeinsamen Mittagessen weiteren Raum zum Austausch.

 

Alles in allem war es eine sehr gelungene Veranstaltung. „Der Austausch im Rahmen des GATe Projektes mit anderen Inklusionsbetrieben, sowohl zum Projekt an sich als auch zu anderen inklusionsbetriebsspezifischen Themen empfinde ich immer als sehr bereichernd“ so eine Teilnehmerin zum Abschluss der Veranstaltung in Mainz.

Die Teilnehmenden aus den Inklusionsbetrieben und das GATe-Projektteam freuen sich bereits jetzt auf weitere Netzwerktreffen, in virtueller Form und insbesondere in Präsenz im weiteren Projektverlauf. 

 

(Barbara Gentges, 10/2021)

…und dann kam Corona – Projektarbeit in der Pandemiezeit

Die seit Anfang März 2020 geltenden Coronamaßnahmen haben das ganze Land in allen Bereichen des Lebens vor außerordentliche Herausforderungen gestellt. Auch die Arbeiten im GATe Projekt bleiben davon nicht unberührt. Aufgrund der geltenden Kontaktbeschränkungen wurden alle geplanten Workshops in den Inklusionsunternehmen im Zeitraum März bis Juni abgesagt. Dies führt natürlich zu Problemen im Hinblick auf die Einhaltung des Projektzeitplans. 

Doch, statt den Kopf in den Sand zu stecken, hat das GATe Projektteam die Phase des Lockdowns genutzt und viel Energie in die konzeptionelle Arbeit gesteckt, um das Projekt trotz der mit Corona verbundenen Herausforderungen voranzutreiben. 

Ergebnis dieser Arbeit ist beispielsweise die Entwicklung von inklusiven Marketingmaterialien. Diese werden allen teilnehmenden Pilotbetrieben zur Verfügung gestellt, um ihre Mitarbeitenden aktiv mit in den Entwicklungsprozess der betriebliche Gesundheitsförderung einbinden zu können.

Neben inklusiver Marketingmaterialien wurde u.a. auch an digitalen Workshopformaten gearbeitet. Diese konnten bereits in einigen Pilotbetrieben eingesetzt werden und machen somit trotz des aktuell bestehenden zweiten Lockdowns, die Projektarbeit in den Unternehmen weiter möglich. 

Zudem wird der Austausch und die Vernetzung zwischen den Pilotbetrieben derzeit durch digitale Angebote gefördert.

Das GATe Projekt versucht somit seinen Teil zur Pandemiebekämpfung beizutragen in der Hoffnung, dass die betriebliche Gesundheitsförderung in den Inklusionsbetrieben auch 2021 „weiterwachsen“ kann.

(Barbara Gentges, 06/2020)

Gesundheit, Arbeit, Teilhabe – Das Projekt geht an den Start!

Das GATe Projekt von der FAF und der Uni Hannover startete im Herbst 2019. Das Projektteam informierte eine Vielzahl von Inklusionsbetrieben per E-Mail über das neue Modellprojekt zur betrieblichen Gesundheitsförderung (BGF) und bat um Interessensbekundung. Daraufhin bewarben sich über 50 Betriebe. 

Mit dem Ziel, möglichst verschiedene Betriebe aus verschiedenen Branchen und allen Teilen Deutschlands als Pilotbetriebe zu gewinnen, besuchte das GATe Team viele dieser Unternehmen und führte vor Ort einen ersten Workshop zum gegenseitigen Kennenlernen des Betriebes und des GATe-Konzeptes durch.

In diesen Workshops wurde geklärt, ob eine Zusammenarbeit zwischen Betrieb und GATe gelingen kann. Vom GATe Team nahmen zwei Mitarbeitende teil. Von Betriebsseite waren Vertreter der Geschäftsführung, der Mitarbeitenden und andere Führungskräfte oder Personen aus der Personalabteilung anwesend. Neben der Vorstellung von GATe und einem gegenseitigen Kennenlernen wurde auch ein erster Überblick erarbeitet, wie sich die Gesundheitssituation im Betrieb gestaltet und welche Belastungen für Mitarbeitende bestehen. Am Ende des Workshops wurden weitere Vereinbarungen getroffen. Auf der Grundlage dieser Informationen wurden neun Kooperationsbetriebe ausgewählt, die über die gesamte Projektlaufzeit vom GATe-Team zu betreuen sind. Die Zusammenarbeit wurde vertraglich fixiert (Kooperationsvertrag).

Die nächsten Schritte sehen die Einrichtung eines Steuerkreises zur Festlegung strategischer Projektziele und zur operativen Lenkung des Betriebes vor. An dem Steuerkreis unbedingt beteiligt sind die Geschäftsführung, Vertreter der Mitarbeitenden mit und ohne Behinderung, weitere Führungskräfte sowie die betriebsinterne BGF Koordinatorin. Im Steuerkreis werden u. a. auch die Planung der weiteren Aktivitäten vorgenommen. Al solches wurden in allen Betrieben Ziel-Planungs-Workshops durchgeführt. In diesem Kontext diskutierten die Teilnehmenden ihre Vorstellungen, was mit ihrem Gesundheitsprojekt erreicht werden soll. Die Ziele sind sehr unterschiedlich und spannen einen großen Bogen von der Verbesserung der Unternehmenskultur oder der internen Kommunikation bis zur Reduktion von Belastungs- und Stresssituationen.

Als wichtiger nächster Schritt steht die Durchführung der Gesundheitszirkel in den Betrieben an. Die Unternehmen haben dazu Pilotbereiche benannt und Mitarbeitende eingeladen. Alle Kooperationsbetriebe sind bereits jetzt gespannt, welche Ergebnisse die geplanten Analyseworkshops haben werden. Der Steuerkreis wird daraufhin Maßnahmen entwickeln, die dann in den Betrieben umzusetzen sein werden .

(Maleen Halter, 2020)

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